Steigende Strom- und Gaspreise haben viele zum Energiesparen bewegt, was neben finanziellen Vorteilen auch den ökologischen Fußabdruck verringert. Dieser bezieht sich auf den CO2-Ausstoß eines Individuums, wobei Wohnen, Mobilität und Ernährung die Hauptquellen sind. Durch Maßnahmen wie den Einsatz von Ökostrom, weniger Auto fahren und regional essen lässt sich der Fußabdruck reduzieren. Trotz individueller Anstrengungen liegt die Hauptverantwortung für den Klimawandel bei Unternehmen und der Politik. Dennoch tragen kleine, umweltbewusste Handlungen zur Lösung bei und sollten unterstützt werden.
Steigende Strom- und Gaspreise haben viele Verbraucher während des Winters zum Energiesparen veranlasst. Das ist gleich doppelt nützlich, denn neben den offensichtlichen finanziellen Vorteilen gibt es obendrein noch einen ökologischen Mehrwert. Nun ist die Talsohle der Energiekrise überschritten, doch auch im Sommer lohnt sich Energiesparen weiterhin – für den Geldbeutel und für das Klima.
Wir verraten Ihnen in diesem Artikel, wie Sie ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren und Ihre persönliche CO2-Bilanz verbessern können!
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Ökologischer Fußabdruck: Was ist das überhaupt
Der Begriff des ökologischen Fußabdrucks findet sich medial mit vermehrter Häufigkeit. Um einen wirklichen Fußabdruck handelt es sich natürlich nicht, vielmehr soll hiermit der Einfluss menschlicher Aktivitäten auf die Umwelt veranschaulicht werden: Je größer der Fußabdruck, desto größer auch der negative Einfluss, den ein Individuum durch den eigenen Lebensstil und den damit einhergehenden Ressourcenverbrauch auf unseren Planeten hat.
Zwar lässt sich der ökologische Fußabdruck vielfach interpretieren, in der Regel bezieht er sich aber vor allem auf den verursachten CO2-Ausstoß. Deswegen findet sich auch der Begriff CO2-Fußabdruck – pro Kopf und Jahr werden in Deutschland laut dem Umweltbundesamt 10,8 Tonnen CO2e verursacht (Stand: 2022). CO2e steht dabei für Kohlenstoffdioxid-Äquivalente, denn auch andere Treibhausgase sind stark umweltschädlich. Die Klimawirkung von Methan ist beispielsweise 28-mal höher als die von CO2. In der Einheit CO2e werden somit die Emissionen sämtlicher Treibhausgase in einem einzigen Vergleichswert zusammengefasst. Als Klimaziel wird ein jährlicher Pro-Kopf-Wert von weniger als einer Tonne CO2e angestrebt – davon sind wir aktuell noch meilenweit entfernt.

Wohnen, Mobilität, Ernährung: Was verursacht unsere CO2-Emissionen
Etwa 20 Prozent des CO2-Fußabdrucks lässt sich allein auf das Wohnen zurückführen, weitere 5 Prozent auf den Stromverbrauch. Mit einer energiesparenden Lebensweise kann der eigene Fußabdruck also durchaus reduziert werden, hier sind einige Beispiele:
- Heizungswahl: Wenn Sie die Möglichkeit haben, wählen Sie eine nachhaltige Alternative wie eine mit Ökostrom betriebene Wärmepumpe oder eine Brennstoffzellenheizung.
- Gasverbrauch reduzieren: Allgemein sollte so viel nötig, so wenig wie möglich geheizt werden. Frieren muss natürlich niemand, aber heizen Sie die Räume nur bei Bedarf. Im Sommer kann die Heizung normalerweise ganz ausgeschaltet bleiben.
- Wasserverbrauch reduzieren: Gerade in den warmen Monaten wird wieder viel H2O verbraucht. Wer bei den brütenden Temperaturen gerne kurz unter die kalte Dusche springt, spart damit im Vergleich zum Vollbad viel Wasser und Energie. Und auch die Kosten für das Erwärmen des Warmwassers entfallen dabei!
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Weitere 20 Prozent des ökologischen Fußabdrucks werden durch Mobilität verursacht. Ob für den Weg zur Arbeit, zum Supermarkt oder natürlich in den Urlaub, für all diese Wege gibt es mehrere Möglichkeiten der Fortbewegung. Reflektieren Sie aber, wie sich Ihr Mobilitätsverhalten auf das Klima auswirkt, und entscheiden Sie dann für sich, welche umweltbewussten Handlungen für Sie in Frage kommen.
- Auto stehen lassen: Nutzen Sie, wenn möglich, öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad. Gerade kurze Strecken können auch zu Fuß zurückgelegt werden.
- Elektroauto: Wenn Sie Zugang zu einer Ladestation oder einer Wallbox haben, kann sich ein Elektroauto sowohl finanziell als auch ökologisch lohnen. Die anfänglichen Anschaffungskosten sind beträchtlich und leider nicht für jeden erschwinglich, dafür sind die Betriebskosten deutlich geringer als bei einem Verbrenner, sodass sich der Kauf schon nach einigen Jahren rentiert.
- Fernreisen: Erholung ist wichtig für die körperliche und geistige Gesundheit, und auch ein Trip an einen weit entfernten Ort ist durchaus vertretbar. Viele Urlauber versuchen aber mittlerweile, verstärkt auch Reiseziele auszuwählen, für die kein Flugzeug betreten werden muss. Im einem Jahr Thailand, im nächsten Jahr Rügen: So könnte die Urlaubsplanung beispielsweise aussehen.
16 Prozent des CO2-Fußabdrucks fallen für unsere Ernährung an. Obwohl viele Menschen und Unternehmen versuchen, Plastikmüll zu vermeiden, fällt der Verpackung dabei nur eine Nebenrolle zu (wobei das Vorhaben aber natürlich dennoch richtig und wichtig ist). Der Großteil der Emissionen wird allerdings durch die Produktion und den Transport der Lebensmittel an sich verursacht. So lässt sich die eigene Ernährung umweltfreundlicher gestalten:
- Regionale Produkte kaufen: Im Sommer können Erdbeeren bedenkenlos genossen werden, im Winter sollten Sie sich hingegen bewusst sein: Solche Früchte müssen dann aus anderen Ländern nach Deutschland importiert werden. Das ist nur ein Beispiel – im Allgemeinen ist es ratsam, verstärkt Lebensmittel aus regionaler Erzeugung sowie saisonal zu kaufen.
- Fleischkonsum reduzieren: Immer mehr Menschen leben heutzutage vegetarisch oder vegan. Das kann moralische, aber auch ökologische Gründe haben, denn Massentierhaltung sowie die Herstellung von Fleisch- und Milchprodukten geht mit einer erheblichen Umweltbelastung einher. Manche Schätzungen gehen sogar davon aus, dass sich durch eine vegane Lebensweise der durch Ernährung verursachte CO2-Ausstoß nahezu halbieren lässt.
- Lebensmittelverschwendung reduzieren: Mehr als 10 Millionen Tonnen an Lebensmitteln werden in Deutschland jedes Jahr entsorgt, ein großer Teil davon ist eigentlich noch genießbar. Kaufen Sie deswegen mit Auge ein – ein voller Kühlschrank ist nicht nötig, wenn die gekauften Köstlichkeiten am Ende gar nicht verzehrt werden.
Das Bundesumweltamt schreibt weiterhin acht Prozent des ökologischen Fußabdrucks der Nutzung der öffentlichen Infrastruktur zu, 31 Prozent entfallen zuletzt auf den „sonstigen Konsum“. In diesem etwas unkonkreten Begriff werden etwa der Erwerb von Elektrogeräten oder Kleidung zusammengefasst.

CO2-Fußabdruck in der Kritik: Wer ist wirklich verantwortlich
Das Konzept des ökologischen Fußabdrucks taucht in der Forschung zum ersten Mal in den 1990er-Jahren auf. Die Idee eines individuellen CO2-Fußabdrucks nach heutigem Verständnis wurde hingegen erst durch eine Werbekampagne des amerikanischen Ölgiganten BP popularisiert – ausgerechnet ein Weltkonzern, der sich selbst eine stark negative Umweltbilanz anrechnen lassen muss.
Viele Kritiker sehen im ökologischen Fußabdruck deswegen lediglich einen Versuch von Großunternehmen, die Verantwortung für den Klimawandel ausschließlich auf die Konsument abzuwälzen. Das Eingeständnis einer Emissionsschuld des Einzelnen – was einerseits das Bewusstsein für unseren persönlichen Beitrag zur Erderwärmung schärft, verkennt gleichzeitig auch, dass Unternehmen deutlich mehr Emissionen verursachen als Privatpersonen.
Weltweit fällt die größte Emissionslast auf den Sektor der Energiewirtschaft, doch Haushalte haben hier nur eingeschränkt Einfluss darauf, wie ihre Energie produziert wird. Selbst ein Ökostromtarif garantiert keineswegs, dass der Strom tatsächlich nachhaltig produziert wird, durch den Verkauf von CO2-Zertifikaten findet oft lediglich eine Umetikettierung statt. Und ohnehin gibt es nicht genug grüne Energiequellen, um den Bedarf der gesamten Bundesrepublik zu decken – die Verantwortung liegt also nicht nur bei Konsumenten, sondern ebenso und möglicherweise noch viel mehr bei Politik und Industrie.
Schon allein durch eine normale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben werden unweigerlich massive Emissionen verursacht. In der Praxis ist es für Bewohner eines westlichen Landes daher unmöglich, das jährliche Idealziel von einer Tonne CO2e zu erreichen. Eine US-Studie aus dem Jahr 2007 berechnete gar, dass selbst Obdachlose einen jährlichen CO2-Fußabdruck in Höhe von acht Tonnen verursachen, denn die Klimakosten für die soziale Infrastruktur (z. B. Straßen, Polizei, Bibliotheken) tragen alle Mitglieder der Gesellschaft gleichberechtigt.
Durch die unumgängliche Verzahnung des Individuums in ein klimaschädliches System können die Anstrengungen von Privatpersonen das Problem des Klimawandels daher nicht allein beheben; gerade Regierungen und Unternehmen sind hier ebenso gefragt. Gleichzeitig heißt das aber nicht, dass eine umweltbewusste Lebensweise überflüssig ist, denn kleine Einsparungen vieler Einzelner können sich in der Summe wieder zu einem nennenswerten Ergebnis addieren. Solche Sparmaßnahmen benötigen aber das Fundament eines gesellschaftlichen Paradigmenwechsels, bei dem bessere Gesamtstrukturen für umweltfreundliches Handeln geschaffen werden.
